Krankenkassen-Franchise in der Schweiz: Welche Franchise lohnt sich 2026?
In der Schweizer Grundversicherung (KVG / LAMal) sind die Leistungen bei jeder Krankenkasse von Gesetzes wegen identisch – Ihre Franchise ist deshalb einer der wenigen Hebel, die tatsächlich beeinflussen, was Sie zahlen. Erwachsene können jede Stufe von CHF 300 bis CHF 2'500 wählen, und die richtige hängt fast ausschliesslich davon ab, wie viele medizinische Leistungen Sie pro Jahr erwarten.
Was ist die Franchise?
Die Franchise ist der feste Betrag, den Sie jedes Kalenderjahr selbst für gedeckte Behandlungen zahlen – Arztbesuche, Medikamente, Spital – bevor Ihre Krankenkasse zu zahlen beginnt. Ist sie erreicht, tragen Sie weiterhin 10 % der zusätzlichen Kosten, den sogenannten Selbstbehalt, der bei Erwachsenen auf CHF 700 pro Jahr begrenzt ist. Beides wird jeweils am 1. Januar zurückgesetzt.
Franchise-Optionen für 2026
Erwachsene
Vom Bundesgesetz festgelegt (Art. 64 KVG) können Erwachsene wählen:
- CHF 300
- CHF 500
- CHF 1'000
- CHF 1'500
- CHF 2'000
- CHF 2'500
Kinder (unter 18)
Die Stufen für Kinder reichen von CHF 0 bis CHF 600, der Selbstbehalt ist auf CHF 350 pro Jahr begrenzt.
Krankenkassen müssen nicht jede Stufe anbieten, aber sie müssen immer die Grundstufe CHF 300 (Erwachsene) / CHF 0 (Kinder) anbieten.
Welche Franchise spart am meisten?
Eine höhere Franchise bedeutet eine tiefere Monatsprämie – dafür tragen Sie mehr Risiko selbst. Die Wahl läuft auf eine einzige Zahl hinaus: wie viel Sie pro Jahr voraussichtlich für medizinische Leistungen ausgeben.
Der Break-even-Punkt
Die höchste Stufe (CHF 2'500) fährt insgesamt in der Regel günstiger, wenn Ihre jährlichen Gesundheitskosten unter rund CHF 1'800–1'900 bleiben. Darüber gewinnt meist die tiefste Stufe (CHF 300). Das ist eine weit verbreitete Faustregel aus Schweizer Vergleichsanalysen; Ihr genauer Break-even variiert leicht je nach Krankenkasse und Kanton.
Warum sich die mittleren Stufen selten lohnen
Für die meisten Menschen gleicht der Prämienrabatt der Stufen CHF 500–2'000 das zusätzliche Risiko nicht vollständig aus. In der Praxis geht es meist um die Entscheidung zwischen der tiefsten Stufe (CHF 300) und der höchsten (CHF 2'500).
So funktionieren Franchise und 10 % Selbstbehalt (Beispiel)
Angenommen, Sie haben eine Franchise von CHF 2'500 und in einem Jahr CHF 5'500 an Behandlungskosten. Die ersten CHF 2'500 zahlen Sie selbst. Von den restlichen CHF 3'000 übernimmt Ihre Krankenkasse 90 % und Sie zahlen 10 % – das sind CHF 300 Selbstbehalt. Ihre gesamten Selbstkosten betragen CHF 2'800, zusätzlich zu Ihren Monatsprämien. Der Selbstbehalt übersteigt nie CHF 700 pro Jahr.
Wann können Sie Ihre Franchise ändern?
Änderungen der Franchise werden immer auf den 1. Januar wirksam. Um Ihre Franchise für das kommende Jahr zu senken, muss Ihre Krankenkasse Ihren Antrag bis zum 30. November erhalten. Dieselbe Frist bis 30. November gilt, wenn Sie die Krankenkasse ganz wechseln möchten. Neu ab 2026: Die Franchise gilt für bestimmte präventive Impfungen (zum Beispiel Diphtherie, Tetanus, Pneumokokken und Meningitis) nicht mehr, der Selbstbehalt von 10 % hingegen schon.
Die Franchise ist nur einer Ihrer Hebel
Weil die Grundversicherung überall identisch ist, bestimmen drei Dinge Ihre Prämie: der Preis der Krankenkasse für Ihren Kanton und Ihre Region, Ihre Franchise und Ihr Versicherungsmodell (Standard, Hausarzt, HMO oder Telmed – die alternativen Modelle sind in der Regel 10–20 % günstiger als das Standardmodell). Alle drei gemeinsam zu vergleichen ist der Ort, an dem die echten Ersparnisse liegen.
Prämien für Ihre Region vergleichen →Werden Sie 19 oder 26? So verändern die Altersgruppen Ihre Prämie.
Häufige Fragen
Welche Franchise ist in der Schweiz am günstigsten?
Die monatliche Prämie ist bei der Stufe CHF 2'500 am tiefsten. Ob sie sich «insgesamt am meisten lohnt», hängt aber von Ihren Gesundheitskosten ab: Bleiben diese unter rund CHF 1'800 pro Jahr, fahren Sie mit CHF 2'500 in der Regel günstiger; darüber lohnt sich meist CHF 300.
Kann ich meine Franchise unterjährig ändern?
Nein. Änderungen der Franchise werden nur auf den 1. Januar wirksam. Ein Antrag, die Franchise zu senken, muss bis spätestens 30. November bei Ihrer Krankenkasse eintreffen.
Bedeutet eine höhere Franchise schlechtere Leistungen?
Nein. Die Grundversicherung (KVG) ist bei jeder Kasse und bei jeder Franchise-Stufe gesetzlich identisch. Es ändern sich nur Ihre Prämie und Ihr Kostenanteil.
Wie hoch ist die Franchise für Kinder?
Für Kinder unter 18 Jahren reicht sie von CHF 0 bis CHF 600, der Selbstbehalt ist auf CHF 350 pro Jahr begrenzt. Die meisten Familien wählen CHF 0.
Diese Seite erklärt, wie das Schweizer Franchise-System funktioniert, damit Sie Ihre Optionen vergleichen können. Es handelt sich um allgemeine Informationen, nicht um persönliche Finanz- oder Versicherungsberatung.